Lage
Sechs Straßen unter einer Gesamtanlage
Altonaer Straße, Bartningallee, Händelallee, Hanseatenweg, Klopstockstraße und die Straße des 17. Juni 100: Diese sechs Adressen fasst die Denkmalliste unter der Bezeichnung Bauten der Interbau 57, Hansaviertel zusammen. Die amtliche Denkmalart lautet Gesamtanlage, der Sachbegriff Wohnanlage, die Datierung reicht von 1957 bis 1961, und der Eintrag trägt die Objektdokumentnummer 09050387. Andere Bezeichnungen, die für das Viertel im Umlauf sind, stehen so nicht in der Datenbank und werden hier deshalb nicht verwendet.
Die Interbau selbst wurde ab 1953 geplant und zwischen 1955/56 und 1960/61 gebaut; die öffentliche Ausstellung lief vom 6. Juli bis zum 29. September 1957. 53 Architekten aus 13 Ländern haben daran mitgewirkt, die Gesamtplanung lag bei Otto Bartning. In der Mustersiedlung im südlichen Hansaviertel entstanden 1.160 Wohnungen. Eine belastbare Gesamtzahl für den heutigen Ortsteil gibt es nicht, deshalb steht hier keine.
Heute leben 6.120 Menschen auf 0,53 Quadratkilometern, das sind rund 11.500 je Quadratkilometer, und 55,6 Prozent der Fläche entfallen auf Wohnnutzung. Das Viertel ist damit dicht bewohnt, wirkt aber weit, weil die Häuser einzeln im Grünen stehen statt an einer geschlossenen Straßenfront.
Zufahrt
In welchem der vier Haustypen wohnen Sie?
Der Satz, das Hansaviertel habe Aufzüge, ist falsch, und der Satz, es habe keine, ebenfalls. Belegt ist eine Staffelung nach Bauform, und sie beantwortet die Frage, auf die es am Umzugstag wirklich ankommt. Zwischen einem Bungalow, einer viergeschossigen Zeile ohne Aufzug und einem Punkthaus mit zentralem Aufzugsschacht liegen bei gleichem Volumen mehrere Stunden Unterschied und eine andere Mannschaftsstärke.
Besonders wichtig ist die zweite Zeile: Die viergeschossigen Zeilenbauten wurden bewusst ohne Aufzug errichtet, weil sich so kostengünstiger bauen ließ. Das ist keine Nachlässigkeit und kein späterer Rückbau, sondern Teil der ursprünglichen Planung. Wer im dritten Obergeschoss einer solchen Zeile wohnt, plant den Tag wie in einem Altbau, obwohl das Haus keine dreißig Jahre älter ist als der Fahrstuhl nebenan.
Zu den Kabinenmaßen einzelner Häuser gibt es keine belastbare Quelle, deshalb steht dazu hier keine Zahl. Vor dem Termin wird die Kabine gemessen, damit feststeht, welche Möbelstücke tatsächlich hineinpassen und welche über das Treppenhaus gehen müssen. Ein Kleiderschrank in Einzelteilen passt fast immer, ein Sofa am Stück häufig nicht. Diese eine Messung entscheidet öfter über die Dauer des Tages als die Zahl der Kartons.
- Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Bungalows: kein Aufzug
- Zeilenbauten mit vier Geschossen: bewusst ohne Aufzug gebaut, weil kostengünstiger
- Zeilenbauten mit sieben bis zehn Geschossen: Aufzug vorhanden
- Punkthäuser mit zehn bis siebzehn Geschossen: Aufzug im zentralen Schacht