Fristen
Wenn die Bestätigung ausbleibt
Ohne das Dokument beginnt das Bürgeramt den Vorgang nicht. Die Unterlagenliste des Landes nennt es ausdrücklich, und ein Mietvertrag steht nicht darauf: Er belegt einen Vertrag, nicht den tatsächlichen Einzug. Wer ohne Bestätigung zum Termin erscheint, verliert den Termin und braucht einen zweiten.
Bleibt die Bestätigung aus, hat das Folgen auf beiden Seiten. Eine nicht rechtzeitige Anmeldung ist nach Paragraf 54 Absatz 2 des Bundesmeldegesetzes eine Ordnungswidrigkeit; dasselbe gilt, wenn der Wohnungsgeber die Bestätigung nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig ausstellt. Der Bußgeldrahmen reicht in diesen Fällen bis zu tausend Euro. Das ist ein Höchstmaß, kein Regelbetrag, und es ersetzt kein Gespräch mit dem Vermieter.
Deutlich schärfer greift das Gesetz beim Anbieten einer Wohnanschrift ohne tatsächlichen Bezug, also bei der Scheinanmeldung. Dieser Fall ist in Paragraf 19 Absatz 6 geregelt, und der Bußgeldrahmen reicht bis zu fünfzigtausend Euro. Wer also gefragt wird, eine Adresse nur auf dem Papier bereitzustellen, sollte den Unterschied kennen.
- Beim Vermieter oder der Hausverwaltung schriftlich anfordern und auf die Pflicht aus Paragraf 19 Bundesmeldegesetz hinweisen.
- Einzugsdatum, Wohnungsanschrift und die Namen aller einziehenden Personen gleich mitliefern, dann ist das Formular in Minuten ausgefüllt.
- Nach dem elektronischen Weg fragen. Wird gegenüber der Meldebehörde bestätigt, genügt das übermittelte Zuordnungsmerkmal.
- Bleibt eine Antwort aus, die Meldebehörde ansprechen und den Amtstermin trotzdem halten. Die Frist läuft unabhängig davon weiter.
Beispiel
Der Platz im Ablauf eines Umzugs
Der richtige Moment für die Bestätigung ist die Übergabe der neuen Wohnung. Dann sind beide Seiten vor Ort, das Einzugsdatum steht fest, und das Blatt ist in fünf Minuten ausgefüllt. Wer stattdessen wartet, bis die Kartons ausgepackt sind, jagt einer Unterschrift hinterher, während die Zweiwochenfrist läuft. Zuständig ist immer der Geber der neuen Wohnung, nie der Vermieter der alten.
Für die Planung eines Umzugs in Mitte heißt das: Der Amtstermin ist nachgelagert, aber das Dokument ist es nicht. Es gehört auf dieselbe Liste wie der Übergabetermin und die Schlüsselübergabe. Wie der Meldevorgang danach abläuft und welche Unterlagen sonst noch mitmüssen, steht auf der Seite zum Ummelden im Bezirk Mitte.
Wer aus Berlin fortzieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, braucht keine Wohnungsgeberbestätigung, sondern meldet sich ab. Auch dafür gelten zwei Wochen, gerechnet ab dem Auszug; frühestens eine Woche vor dem Auszugstag ist die Abmeldung möglich.